Jakobsweg

CAMINO DEL NORTE

Tag 26 I Boimorto – Santiago de Compostela

Geschafft. Ich bin überwältigt.
Camino del Norde – 835 KM

25 Tage Camino del Norde:
Gesamtkilometer: 965,9 KM
(Jeder Meter über den Tag)

Gesamtschritte: 1.166.971 Schritte
(Jeder Schritt über den Tag)

Auf/Abstiege: 5050 m

Ich mache jetzt kurz Pause und werde am 27 Tag | in Richtung FISTERRA starten, den dieser Ort galt jahrhundertelang als Ende der Welt, als Tor zum Jenseits. Mich soll ein atemberaubender Ausblick auf die Küste und die Ría de Corcubión erwarten. Seid gespannt.

Tag 25 I Baamonde – Boimorto

So das war’s, aus und vorbei. Hab ein schönes Haus mit interessanter Adresse gefunden. Hasta pronto, adiós.

Quatsch. Heute ging es in meine vorerst letzte Tour. Es war natürlich alles nochmal dabei: Berge hoch und runter. Regen und Sonne. Und mein Körper hat mir auch nochmal alle meine Stellen mitgeteilt, wo ich immer mal Probleme die letzten Wochen hatte. Aber geschafft. Ich bin heute allein in der Herberge, die Besitzerin kümmert sich so herzlich um mich, das ich fast gar nicht damit umgehen kann. Ich genieße es einfach gerade nur und freue mich auf den morgigen Zieleinlauf.

Datencheck:

Tour: 44,36 km – 08:14,12 h – 2.816kcal

Schweißverlust ca. 4,9l – Auf/Abstieg 1.343m

Getrunken ca. 5,4l, Geschwindigkeit: ca. 5,6 km/h, Gesamt: 51,4 km / 62.054 Schritte

Gesamt 4.261 kcal

Tag 24 I Abadín – Baamonde

Es gibt heute nicht so viel zu erzählen. Ich befinde mich auf der Zielgerade. Ich fliege gefühlt heute einfach nur und habe nur noch Santiago de Compostela im Kopf. Obwohl heute am zeitigen Morgen laufe ich in einem Dorf an einer Bäckerei vorbei, ich wäre einfach am liebsten in die Produktion reingegangen und hätte mir den Bauch vollgeschlagen, aber ratet mal wer kurz danach Pause und gefrühstückt hat.

Am Nachmittag plane ich meine nächsten Tage und gehe am Abend noch eine Runde spazieren.
Jetzt bin ich heiß

– El avión se dirige a Santiago de Compostela –

Datencheck:

Tour: 34,85 km – 05:41,31 h – 2.210 kcal

Schweißverlust ca. 3,4l – Auf/Abstieg 865

Getrunken ca. 5,1, Geschwindigkeit: ca. 6,3 km/h, Gesamt: 42,2 km / 48,936 Schritte

Gesamt 3.910 kcal

– La máquina a pesar de la fuerza de la naturaleza –

Heute war für mich die härteste Tour. Berg hoch und immer wieder Berghoch sowie ein ständiger Wechsel des Wetters. Regen, Platzregen, Sonne, Sprühregen, Sonne, Platzregen, Sonne. Ich bin komplett durchnässt, einmal komplett umziehen. Hart und nervt. Geschafft. Gute Nacht.

Datencheck:

Tour: 39,93 km – 07:11,29 h – 2.5533kcal

Schweißverlust ca. 4,5l – Aufstieg 1106 m

Getrunken ca. 5,2l, Geschwindigkeit: ca. 5,5 km/h, Gesamt: 47,1 km / 56,882 Schritte

Gesamt 4.347 kcal

Tag 22 I Querúes – Vilar

Ich bin heute mal wieder sehr zeitig gestartet und genieße mal wieder die Ruhe der Nacht. Leider entferne ich mich heute von der Küste und bewege mich ins Landesinnere und sehe schon die Berge die ich morgen dann erklimmen darf. Somit lasse mir nochmal richtig Zeit die letzten Stunden am Meer.

Adiós Mar – so geht es über die Autobahnbrücken nach Ribadeo. Nochmal kurz shoppen, den in meiner Herberge gibt es kein Supermarkt in der Nähe. So schleppe ich zusätzlich meine Lebensmittel für morgen mit. Und schon geht es Bergauf. Puh.
Ich habe die letzten Tage immer reserviert, die Probleme hat ich ja schon mal erklärt. Angekommen, der Besitzer meint es gibt keine Reservierung. Nach dieser langen Tour und dem harten Anstieg zum Schluss, fällt für mich kurz die Welt zusammen.

Eine Unterstützung des Herbergenbesitzers bekomme ich nicht, ich werde die nächsten Tage nochmal darauf eingehen.
Ein Mexikanischer Pilger unterstützt mich bei der Suche einer neuen Unterkunft. Somit Rucksack wieder auf, weiter gehts. Ich lande in einem Hostel an einer Landstraße, ein ganz herzliches älteres Ehepaar empfängt mich und versorgt mich mit Hausmannskost. Am Ende hat alles immer seinen Sinn.
Somit kann ich mich prima für die harte Bergtour morgen in meinem eigenen Zimmer vorbereiten. Gute Nacht.

Datencheck:

Tour: 40,57 km – 07:27,12 h – 2.408 kcal

Schweißverlust ca. 4,4l – Auf/Abstieg 1094m

Getrunken ca. 6,2l, Geschwindigkeit: ca. 5,6 km/h, Gesamt: 46,9 km / 56,655 Schritte

Gesamt 4.026 kcal

Tag 21 I Querúes – Navia

Nach einem gemütlichen Frühstück starte ich mal wieder ganz entspannt in den Tag. Es ist heute Landschaftlich wieder sehr schön, ich durchquere die Stadt Valdes – Luárca die mich erst von der Küste nach unten laufen und gefühlt tausend Treppen wieder nach oben lässt.

Nach einer gemütlichen Pause werde ich von einer Pilgerin angesprochen. Olá. Ich frage sie gleich, du bist doch eine Deutsche. Sie lacht und fragt wie ich darauf komme? Ich meine nur wir deutschen können das Olá nicht so schön weich aussprechen, es klingt viel zu hart. Olá Jasmin. Wir kommen ins Gespräch und beschließen den Weg gemeinsam zu bestreiten. Wir tauschen uns viel über die Erfahrungen der letzten Tage aus. Sie trägt ein Sportshirt mit Ihrem und eines Vereinsnamens. Sie spielt Ultimate Frisbee, noch nie gehört. Ich lasse mir die Sportart erklären und erfahre, wir haben auch eine sehr gute Mannschaft in Dresden, die Drehst’n Deckel e.V. – witzig.

Datencheck:

Tour: 29,99 km – 05:45,41 h – 1.991 kcal

Schweißverlust ca. 4,0l – Auf/Abstieg 1213m

Getrunken ca. 5,2l, Geschwindigkeit: ca. 5,3 km/h, Gesamt: 39,5 km / 47,662 Schritte

Gesamt 3.790 kcal

Tag 20 I Soto de Luiña – Querúes

Ich starte heute mit einer neuen Playlist (Dann geh doch!) im Ohr, danke Felix. Es hat einen ganz an anderen Rhythmus und ich habe heute ein ganz gemütliches Tempo und bin verträumt. Ich kann rechts von mir immer wieder mal das Meer sehen, es ist zum Teil ganz verwildert, es geht über kleine Bäche und wie immer hoch und runter. Und mache immer wieder mal kleine Pausen. Der Weg bringt mich dann sogar doch kurz ans Meer, heute erlebe ich echt mal wieder mit viel Sonne eine schöne Strecke.

Heute schlafe ich in der ersten extrem sauberen Herberge. Ein richtiger Miniort, es gibt aber einen BauTextilDrogierieSupermarkt auf 50m2. Eine Kneipe und ich esse heute Abend mal ein Pilgermenue – 3 Gänge mit Wasser oder Wein für 13€, war mega lecker. Zum Schluss lerne ich noch Silvia und Dani kennen, wir sind nur zu dritt in der Herberge. Wir trinken noch ein bisschen Vino und tauschen uns über die Pilgererfahrungen der letzten Wochen aus. Das war mal wieder echt schön. Danke an euch beide und fühlt euch gedrückt. Buenas noches

Datencheck:

Tour: 24,59 km – 05:07,48h – 1.890 kcal

Schweißverlust ca. 3,5l – Auf/Abstieg 1453m

Getrunken ca. 5,4l, Geschwindigkeit: ca. 5,1 km/h, Gesamt: 32,2 km / 40,029 Schritte

Gesamt 3.727 kcal

Tag 19 I Avilés – Soto de Luiña

Ich liebe es in der Früh mich auf Tour zu begeben, man geniest die Stille auf dem Weg.
Das Wetter war heute sehr einmalig, es war sehr nebelig, ich habe sogar beim ausatmen kurz durch meine Kopflampe nichts gesehen.
Das schönste ist wenn die Sonne aufgeht und das leider immer hinter mir, das erinnert mich wie weit ich weg von zu Hause bin. Es sind über 2000 Kilometer, ich bräuchte zu Fuß ohne Pause über 18 Tage. Verrückt.
Die gewünschte Herberge war schon ausgelastet, somit schlafe ich heute wieder in einer Massenherberge. Wäsche gewaschen und ein selbstgerechtes Pilgerabendbrot. Gute Nacht.

Zum Schluss Gedanken die mir die letzten Tage und Monate in meinem Umfeld aufgefallen sind. Auch Momente die ich selbst mit nachvollziehen kann. Ohne Kommentar:

 

– Man fühlt sich bedeutungslos als wäre man aus dem Niemandsland. Jeder wichtige Traum bisher geplatzt, man fragt sich was stimmt mit einem nicht und weiß nicht woran dies liegt. In einem herrscht ein Krieg. Warum sollen einen andere lieben, wenn man sich selbst nicht liebt? Man hat das Gefühl das keine Hilfe naht.

Man hat da was vergessen, jemanden ganz bestimmtes, der Retter des Lebens. Schaut man in den Spiegel!

Die Kraft ist unermesslich, für ein wunderschönes Leben, denn man muss hundert Prozent geben. Stark sein, andere reden lassen und sie gedanklich auf einen anderen Planeten schicken.

Lächeln und an etwas schönes denken. Wieder Anfangen sich zu lieben, ändern was einen stört. Akzeptieren was man nicht ändern kann, es gehört zu einem und macht einen einmalig. 

Alles los lassen und das schlechte muss entweichen, das Leben mehr als genießen. –

Datencheck:

Tour: 33,18 km – 05:57,11h – 1.901 kcal

Schweißverlust ca. 3,4l – Auf/Abstieg 1339m

Getrunken ca. 4,9l, Geschwindigkeit: ca. 5,7 km/h, Gesamt: 38,9 km / 44,158 Schritte

Gesamt 3.434 kcal

Tag 18 I Gijon – Avilés

Das heutige Frühstück war das beste der auf meiner bisherigen Tour. Kurz vor Mittag geht es leichten Fußes in die nächste Stadt. Meine gute Laune ändert sich relativ schnell, Industrie und schlechte Luft. Es geht ein Stückchen durch den Wald und dann lange auf einem Feldweg entlang, die Sonne fühlt sich heute sehr heiss an und ich bemerke das mir mein kleines Handtuch, was ich als Sonnenschutz nutze abhanden gekommen ist. Und wieder Industrie und Asphalt. Ich komme genervt in der Herberge an. Ich gehe heute einfach nur noch ins Bett, morgen muss ich wieder eine längere Tour auf mich nehmen, da Herbergen geschlossen oder schon ausgebucht sind. Nervt. Gute Nacht.

Datencheck:

Tour: 25,17 km – 04:57,42h – 1.553 kcal

Schweißverlust ca. 3,6l – Auf/Abstieg 745m

Getrunken ca. 4,9l, Geschwindigkeit: ca. 5,2 km/h, Gesamt: 35,3 km / 42,511 Schritte

Gesamt 3.265 kcal

Tag 17 I La Isla – Gijon

Nach einem romantischen Abendessen allein und sehr guten Schlaf, starte ich gemütlich in meine lange Tour.

Wie ich schon erwähnte verfällt man immer wieder in Gedanken und erkennt bzw. kommt in Situationen die ich dann für mich hinterfrage. Ein Beispiel: Man muss nicht der bessere oder der schnellste sein und sich mit anderen vergleichen, denn jeder hat sein eigenes Ziel oder seine Erwartungen!

Um täglich gut gelaunt durch den Tag zu kommen, bleibt mir nichts anderes übrig mich selbst zu entertainen…

*Wenn du beim laufen zur Prinzessin wirst, dann gönn dir ein Snickers. Ich habe eine Weile für mich gelacht. 😉

 

Es war heute extrem hart für mich, den die Schmerzen im rechten Schienbein haben mich sehr eingeschränkt. Aber ich habe es geschafft. 

Ich bin in GIJON und habe nun über die Hälfte meiner geplanten Strecke mit 491,38 Kilometer in 16 Tagen in den Knochen. Krass krass – hätte ich mir nie vorstellen können und bin mega stolz auf mich.

Ich schlafe heute in einem Hotel und habe für morgen erst 10:00 Uhr Frühstück reserviert. Buenas noches

 

Datencheck:

Tour: 47,13 km – 08:59,00h – 2.656 kcal

Schweißverlust ca. 5,9l – Auf/Abstieg 1814m

Getrunken ca. 6,4l, Geschwindigkeit: ca. 5,7 km/h, Gesamt: 57,4 km / 69,143 Schritte

Gesamt 4.094 kcal

Tag 16 I Llanes – La Isla

Ich hatte heute große vor und bin kurz nach drei in den Tag gestartet. Einer hat schon gefehlt. Der Japaner (67, sah aber aus wie Ende 40). Er hatte mir gestern erzählt das er täglich nicht mehr als 20 Kilometer läuft, also kann er nur geflüchtet sein. Denn die anderen beiden Jungs haben tief und fest geschlafen und geschnarcht.
Im Aufenthaltsraum schliefen drei im sitzen, zum Glück musste ich das noch nicht erleben. Mit Kopflampe geht es auf Tour, lange an der Landstraße und dann in den Wald. Die Tiere die ich gesehen habe, waren eher irritiert als gefühlt glücklich mich zu sehen, denn meine Kopflampe hat viel Leuchtkraft. Es ist sehr mystisch, wie in einem Zauberwald. Ich laufe an einer Hütte vorbei und es strahlen mich zwei leuchtende Augen an, oh Mist ein Hund, er sitzt und schaut, ich weis nicht was ich machen soll, ich gehe ein paar Schritte zurück und schaue was er macht, ist er angebunden, oder geht er gleich auf mich los? Meine Stöcke, Pfefferspray sind alles im Rucksack. Ich bekomme Panik. Laufe ich lieber einen großen Bogen, was mache ich?
Langsam mache ich Schritte nach vorn, um zu schauen ob er angebunden ist. Er bewegt sich nicht, ich glaube ich blende ihn zu sehr und er weis auch nicht was er machen soll. Eigentlich laut bellen und verrückt spielen, wie alle anderen Hunde hinter den Gartenzäunen. Er weicht zurück, meine Erlösung er ist angebunden. Puh! Meine Schritte werden ganz schnell, denn gut reagieren mit meinem schweren Rucksack kann ich nicht. Geschafft.
Ich erlebe wieder eine schöne Umgebung und die Kilometer gehen mega schnell vorbei.

Ich schaue auf meine Uhr, noch knapp 6 Kilometer. Oh shit, es geht gar nichts mehr, ich habe wahrscheinlich eine Muskelverhärtung am rechten Schienbein. Ich finde am Wegesrand platzierte Bambusstöcke, meine Rettung. Ich quäle mich ein paar Kilometer weiter, wie ein alter humpelnder Mann. Ich muss stoppen, es geht gar nichts mehr, die Schmerzen sind nicht mehr zum aushalten. Ich bin verzweifelt, was mache ich, ich muss doch in die Herberge. Ist jetzt alles vorbei? Ich wende mich an meinen anvertrauten professionellen Physiotherapeuten. Schwierig eine Ferndiagnose zu stellen, ich nutze nun meine tausend Mittel, die ich mit mir rumschleppe und sitze am Wegesrand. Mehrere Pilger halten an und fragen ob sie mir helfen können. Nach einer halben Stunde zeigt alles langsam Wirkung. Ich kann wieder laufen und schaffe es ohne wirkliche Schmerzen zum Ziel. – Nada detiene la máquina – 

An der Herberge werde ich nach dem ich meinen Personalausweis vorgelegt habe gefragt, ob ich mal Künstler war? Ich bin kurz irritiert und muss Schmunzeln, aaaahh, ja das war ich und äußere das dies fast Zehn Jahre her ist, da hatte ich eine andere Frisur. Witzig was mein Personalausweisfoto so wieder spiegelt. Haha. Viel gibt es in dem kleinen Stranddorf nicht zu erkunden. Ich bereite mich auf morgen vor, den da habe ich wieder eine ähnliche lange Tour. Ich überquere morgen die Hälfte meiner knapp 850 Kilometer. Läuft.

 

*wer Interesse hat mich täglich automatisch LIVE mit zu verfolgen, lasst mir gern eure Email zukommen.

Datencheck:

Tour: 43,78 km – 08:15,31h – 2.640 kcal

Schweißverlust ca. 5,7 – Auf/Abstieg 1396m

Getrunken ca. 4,8l, Geschwindigkeit: ca. 5,9 km/h, Gesamt: 54,3 km / 64,680 Schritte

Gesamt 3.941 kcal

Tag 15 I San Vicente de la Barquera – Llanes

Buenos días. Heute erlebe ich ein typischen Herbsttag. Es regnet, es ist bewölkt, es scheint die Sonne. Eine sehr anstrengende Sache wenn man immer wieder stoppen und sich umziehen muss, das zerrt echt an den Nerven. Wer rastet der rostet – ich verstehe diese Aussage echt immer mehr. Jeder Stop kostet mir aktuell sehr viel Kraft, den bis der Rucksack wieder richtig sitzt und nichts mehr weh tut, muss man erst wieder ein Stück laufen. Unnötig. Dafür erlebe ich heute trotzdem echt wieder schöne Landschaften und sehe viele Tiere. Auch eine sehr mutige Ziege.

Heute hab ich sie endlich persönlich gesehen, ich habe es mir sehr oft schon während der Touren gedacht. Aber es gibt sie wirklich. Die Buspilger die ihre Koffer von Herberge zu Herberge fahren lassen und komischerweise, auch wenn es nicht möglich ist ein Bett reserviert haben. Ich gönne jedem das Erlebnis, doch durfte ich nun schon mehrmals erleben das man nach vielen Kilometern mit meinem gut gefühlten Rucksack keine Herberge mehr bekommt. Ohne Kommentar.

Das ist halt der Camino, ich schmunzle selber beim Schreiben. Heute darf ich in einem 4 Bettzimmer nächtigen. Ich schaue mir noch ein bisschen die Stadt an und gönne mir dort und da ein paar Leckereien. Morgen will ich wieder zeitig starten. Nachti

Datencheck:

Tour: 35,16 km – 06:44,31h – 2.381 kcal

Schweißverlust ca. 4,6 – Auf/Abstieg 1351m

Getrunken ca. 5,2l, Geschwindigkeit: ca. 5,8 km/h, Gesamt: 44,5 km / 53.112 Schritte

Gesamt 3.921kcal

Tag 14 I Santillana del Mar – San Vicente de la Barquera

Sehr zeitig starte ich wieder in den Tag. Ich laufe viel Straße, durchquere schöne Städte und erlebe die Küste und das Meer. Nice.

Ich werde immer wieder mal gefragt, wie die Unterkünfte so sind in denen ich so nächtige?

Ich starte nicht ohne Grund meist so früh am Morgen, den bist du der erste an der Unterkunft, hast du die Auswahl welches Bett du nimmst und das du auch eins bekommst. Meist sind es größere Schlafräume mit Doppelstockbetten. Ich bevorzuge unten zu schlafen, den muss man mal oben schlafen darf man jede Bewegung des Pilgers miterleben. Außerdem hat man die bessere Möglichkeit seine Sachen zu sortieren. Die Duschen und Toiletten: Ich bin in vielen Sachen gut abgehärtet, doch umso später es ist, umso ekliger wird es. Ich habe teilweise bessere Toiletten ganz früh in Diskotheken gesehen – ja schon echt widerlich. Aber man gewöhnt sich aber irgendwie daran, was bleibt einen anderes übrig…

Aber für den Preis zwischen einer Spende bis zu 20€ kann man wahrscheinlich auch nichts anderes erwarten. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, meist da wo man nach seinem eigenen Befinden spendet. 

Das ist halt das Pilger leben. Buenas noches.

Datencheck:

Tour: 32,00 km – 06:04,36h – 2.248 kcal

Schweißverlust ca. 4,3l – Auf/Abstieg 1351m

Getrunken ca. 5,9l, Geschwindigkeit: ca. 5,9 km/h, Gesamt: 40,00 km / 48.248 Schritte

Gesamt 4,171kcal

Tag 13 I Santander – Santillana del Mar

Der Abend ging gestern doch noch ein bisschen länger und somit bin ich heute erst gegen neun gestartet.
Ich muss hier weg. Die Zeit auf dem Camino verändert einen, ich bin gern mit anderen Menschen zusammen und freue mich sonst den Trubel der Stadt zu erleben. Aktuell ist es mir einfach zu viel. Ich habe gerade keine Lust mehr mit anderen zu sprechen oder kennen zu lernen und bin dann heute einfach nur gelaufen, ohne wirklich eine Pause zu machen. Ich war genervt das mir alles weh tut. Füße, Knie, Hüfte – warum, warum mache ich das? Wie lange soll das noch so gehen? Willst du das jetzt jeden Tag? Ich habe heute ca. 5 Kilometer gebraucht bis ich keine Schmerzen mehr hatte und ich mich eingelaufen habe. Die Gedanken gehen weiter. Du läufst heute so lange bis du nicht mehr kannst und dann schläfst du einfach da. Hauptsache niemanden sehen…

Doch trifft man immer wieder auf andere Pilger, Hilfesuchend fragen sie mich nach dem Weg. 

Und plötzlich sind alle negativen Gedanken des Vormittags verschwunden, mir geht es doch gut. Ich sehe andere die sich richtig quälen und körperlich total am Boden sind. Ich begleite immer wieder einige um sie zu motivieren.

Der Weg führt mich heute durch viele Dörfer an der Landstraße entlang und über einen verbotenen Bahnübergang. Zum Schluss lande ich heute wieder mal in einem ehemaligen Nonnenkloster mit einer wunderschönen Parkanlage. Am Abend schaue ich mir das altertümliche Dörfchen an und sitze mit den Pilgern die es auch geschafft haben gemütlich bei Vino und lausche den Gesprächen. Das ist der Camino. Gute Nacht.

Datencheck:

Tour: 32,70 km – 05:26,27h – 2.009 kcal

Schweißverlust ca. 4,4l – Auf/Abstieg 894m

Getrunken ca. 6,9l, Geschwindigkeit: ca. 6,4 km/h, Gesamt: 38,62km / 46.462 Schritte

Gesamt 3.634 kcal

Tag 12 I Güemes – Santander

Pampasgras Urwald und Entspannung für Körper und Seele.

Der Abend ging gestern dann doch etwas länger und somit starte ich heute gemütlich kurz nach acht in meine sehr kurze Tour. Ich entscheide mich einen kleinen Umweg zu gehen um an der Küste zu laufen. Mega. Auf der einen Seite ein riesiges Maisfeld und rechts von mir geht es 50m steil Bergab. Ich bleibe immer wieder stehen um die Aussicht zu genießen. Dann stehe ich in einem Urwald von Pampasgras – unglaublich schön. Es geht weiter und ich bin am Strand. Der Weg führt mich ca 2 Kilometer direkt am Meer. Ich beschließe meine Schuhe auszuziehen und im Wasser zu laufen. Ich bleibe immer wieder stehen – ich vergesse komplett die Zeit.

Zweites Frühstück. Es ist echt kein angenehmes Gefühl ständig Essen zu müssen. Ja müssen. Ich habe gefühlt schon ein bisschen abgenommen. Ich esse und esse, aber dafür gönne ich mir dann immer mega leckeren Snacks. YomYom 🙂

Danach ging es weiter mit der Fähre von Somi nach Santander. Heute nehme ich mir mal den Luxus und gehe ins Hostel. Es gibt zwar leider nur ein gemeinsames Bad auf dem Gang, aber ich habe mal mein eigenes Bett und niemand nervt. Nachmittagsschlaf. Ich werde von Donner und Starkregen geweckt. Die Welt geht unter. Endlich mal die Regensachen anziehen die ich sonst nur mit mir rumschleppe.

Zum Glück hat es sich wieder beruhigt und ich schaue mir noch ein bisschen die Stadt an. Gute Nacht.

Datencheck:

Tour: 19,54 km – 03:21,59h – 1.173 kcal

Schweißverlust ca. 2,5l – Auf/Abstieg 644m

Getrunken ca. 6,9l, Geschwindigkeit: ca. 6,2 km/h, Gesamt: 25,42km / 26.992 Schritte

Gesamt 3.280 kcal

Getrunken: 4,9l

Tag 11 I Castro-Urdiales – Güemes

Punkt um sieben starte ich in meine heutige Tour, es geht durch kleine Dörfer und zum Sonnenaufgang bin ich an der Küste. Mir begegnen Riesen Ziegen, ich bleibe kurz stehen und warte. Ich merke ganz schnell die haben mehr Angst vor mir als ich vor Ihnen. Schnell weg.

Zum Frühstück treffe ich zwei der Studenten, danach geht es hoch über die Berge auf der Landstraße. Endlich wieder Küste und wieder runter an den Strand. Ich habe noch nie so einen ewig langen Strand erlebt, am Ende waren es 4,2 Kilometer. Zum Schluss geht es mit der Fähre nach Santoña.

Eigentlich wäre jetzt die heutige Tour beendet.

Tag 11 I Castro-Urdiales – Güemes

Also nochmal neu. Jetzt liege nochmal knapp 19 Kilometer vor mir. Es klingt sicherlich verrückt, aber jetzt komme ich wirklich mal zum genießen. Angekommen nach über 51 Kilometer. Ich treffe wieder auf Ralf und andere spielt der letzten Tage. Ich bekomme heute meinen Spitznamen: „Die Maschine“.
Ich übernachte heute in der größten Herbe die ich bis jetzt erlebt habe, es gibt hier über 100 Betten. Ein sehr angenehmer Abend geht zu Ende. Ich fühle mich immer noch sehr fit. Ach ja ich bin das letzte Stück getrabt. Gute Nacht – Die Maschine.

Datencheck:

Tour: 51:24 km – 08:29,20h – 3.459 kcal

Schweißverlust ca. 7,3l – Auf/Abstieg 1.388m

Getrunken ca. 6,9l, Geschwindigkeit: ca. 6,2 km/h, Gesamt: 54,2 km / 64.283 Schritte

Gesamt 5.296 kcal

Tag 10 I Barakaldo – Castro-Urdiales

Nach einer nicht so erholsamen Nacht, wache ich mit einem Glubschauge auf. Schnell anziehen und los geht es. Es ist noch komplett dunkel und die Beleuchtung der Stadt weist mir den Weg. Dieser führt mich heute lange an der Straße entlang.
Neben mir die Autobahn und ich erlebe einen sehr schönen Sonnenaufgang. Ich komme nach Bizkaia und sehe seit langen Tagen endlich wieder das Meer. Jetzt geht es an der Küste hoch und runter. Noch ein bisschen Landstraße und ich bin vor dem Mittag an meiner Zielherberge. Es sind jetzt schon knapp 38 Grad.

Heute bin ich der erste an der Herberge, nach einer Weile kommt ein humpelnder Pilger. Olá.

Ich merke ganz schnell es ist ein deutscher. Hallo Felix! Er ist erst vor ein paar Tagen in Bilbao gestartet und ist mit seinen Kräften am Ende. Ich kann ihn sehr gut aufbauen und er kann seine Fragen für das was noch so kommen kann loswerden. Er ist wieder ganz Glücklich. Willkommen auf dem Camino – man ist füreinander da.

Heute ist es nun endlich dazu gekommen, ich war Baden im Meer, herrlich seinen Körper ohne zwicken oder zwacken zu Bewegen. Ich werde dann gleich noch was Essen gehen und mir bisschen Proviant für morgen besorgen. Schönen Sonntag euch. Don Camino.

Datencheck:

Tour: 31:06 km – 05:51,31h – 2.139 kcal

Schweißverlust ca. 3,6l – Auf/Abstieg 1.048

Getrunken ca. 4,5l, Geschwindigkeit: ca. 5,9km/h, Gesamt: 37,5 km / 41.399 Schritte

Gesamt 3.933 kcal

Tag 9 I Bilbao

Oh man. Ich bin eins zwei mal in der Nacht aufgewacht da ich in der Wohnung immer mal Bewegung gehört habe. Ich habe trotzdem sehr gut geschlafen und starte kurz nach neun gemütlich in den Tag. Im Wohnzimmer liegt einer der Studenten auf dem Fußboden. Weiter hat er wohl gestern nicht geschafft. Er sieht trotzdem sehr zufrieden aus. Über den Zustand der Wohnung reden wir nicht.
Ich mache heute Beautytag, rasieren, ausgiebig duschen, sortiere und packe meinen Rucksack mit der frisch gewaschenen Wäsche neu.
Ab ca. 11:30Uhr kommt langsam wieder Bewegung in die Wohnung. Gut gelaunte Zombies kommen nacheinander aus den Zimmern gekrochen. Wer feiern kann, räumt und bringt die Wohnung wieder in Schuss. Ohne Worte, mein großer Respekt, das haben sie gut hinbekommen. 14 Uhr starten wir nach Bilbao und schauen uns ein bisschen die Stadt an. Ich mache mich gegen 18 Uhr zurück in die Wohnung. Noch kurz einkaufen und alles ist bereit für den morgigen zeitigen Start. Gute Nacht.

(Liebe Jungs – es war mir eine Freude so herzliche, zuvorkommende, witzige junge Männer kennenzulernen. Bleibt so wie ihr seid. Ich hoffe wir sehen uns irgendwann mal wieder. Stark!)

Datencheck:

4l Wasser waren nach dem Abend schon nötig. Ich bin Fit.

Tag 8 I Bilbao – Barakaldo

Gutes Gefühl. Nach der anstrengenden letzten Woche mache ich jetzt mal ein bisschen Pause. Ich habe mich mit den Studenten verabredet, sie haben mich eingeladen ein Stück außerhalb von Bilbao in einem Airbnb mit zu wohnen. So mache ich heute nur einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt von Bilbao bis Barakaldo von ca. 10km.

Wir freuen uns alle wieder zusehen, schnell wird entschieden das wir uns gemeinsam etwas leckeres Kochen. Jeder wuselt herum. Ich mache die Wäsche für alle. Am Abend heißt es dann Vino Vino. Es wird sehr sehr ausgiebig gefeiert. Ich ziehe mich kurz nach Mitternacht zurück. Für den größeren Teil der Studenten ist das hier der letzte Aufenthalt bevor es wieder in die Heimat geht. Mal schauen was es morgen noch für Geschichten über den weiteren Abend zu berichten gibt. Gute Nacht.

Datencheck:

Zu viel Vino

Tag 7 I Gernika-Lumo / Andra Mari – Bilbao

Nach einem sehr erholsamen Schlaf und einem einfachen Frühstück geht es heute zu meinem ersten großen Etappenziel. Wir haben gestern für heute eine Herberge vorgebucht, die letzten Tage waren einfach mehr als unnötig. Mit viel Bergauf und ab durchlaufen wir viel Bauernplantagen und gönnen uns frische Äpfel, Birnen, Pflaumen, Brombeeren und Walnüsse. Wir lassen uns heute Zeit. Leider verläuft der Weg heute sehr lange an einer Landstraße (ca. 5km) Bei der Hälfte der Strecke machen wir eine größere Mittagspause und ich esse das beste Belegte Baguette der Welt. Lecker.

Vor dem Ziel geht es wie immer Bergauf, mich packt nochmal der Kampfgeist und ich ziehe das Tempo für mich nochmal richtig an. Den letzten Kilometer fange ich sogar an zu traben. (8.3km/h). Geschafft.

Datencheck:

Tour: 20:97 km – 04:06,59h – 1.767 kcal

Schweißverlust ca. 3,2 – Auf/Abstieg 1.142

Getrunken ca. 4,5l, Geschwindigkeit: ca. 5,8 km/h, Gesamt: 29.0 km / 34.971 Schritte

Gesamt kcal 4.229

Tag 6 I Markina-Xemein – Gernika-Lumo / Andra Mari

Nach den verrückten letzten zwei Tagen entscheiden wir zeitig zu starten und sind kurz nach sechs im Dunkeln mit Stirnlampe wieder auf dem Camino. Ich erlebe den Sonnenaufgang und bin wieder gut zu Fuß.
Ankunft in Gernika-Lumo. Ihr könnt euch denken was jetzt kommt. Natürlich gibt es wieder keine Herberge für uns. Ich warte ca. 1.5h auf Ralf, ich bin genervt und will keine Entscheidung treffen. Wir suchen uns die nächstmögliche Unterkunft per Booking.com und machen uns nochmal 12km weiter auf den Weg. Wir werden extrem herzlich in einem kleinen zwei Sternehotel empfangen und sind die einzigsten Gäste. Alle sind hier in diesem kleinen Dorf sehr freundlich. Als Nachtstück gibt es heute zwei kleine selbstgebraute Plaumenschnäpse. Heute geht es uns richtig gut.

*so viel Gesamtkilometer bin ich noch nie gelaufen. Ich bin sehr stolz.

Datencheck:
Tour: 34:05 km – 07:05,31h – 2.861 kcal
Schweißverlust ca. 5,1 – Auf/Abstieg 2.205m
Getrunken ca. 6,5l, Geschwindigkeit: ca. 4,9 km/h, Gesamt: 43,4 km / 52.399 Schritte
Gesamt 4.833 kcal

Tag 5 I Debatte – Markina-Xemein

06:00 Uhr es klingelt der Wecker. 

Nach dem gestrigen Tag traue ich mich gar nicht aufzustehen. Doch ich bin Fit und wir besorgen uns noch ein kleines Frühstück aus einer Bar. Wir wundern uns warum so viele betrunkene Jugendliche auf den Straßen unterwegs sind, wir bemerken, heute ist ein Feiertag. So können wir leider erst später als gedacht mit dem Bus zurück nach Debatte fahren. Es geht wie die letzten Tage gleich stark Bergauf, ich komme wieder in meinen Rhythmus und die Maschine läuft bis Markina-Xemein. Es ist ca. 14:30 Uhr.

Heute haben wir uns vorgenommen in einem Kloster zu übernachten. Ich treffe auf eine Gruppe Studenten die ich ein Tag zuvor in Debatte kurz kennengelernt habe. Sie teilen mir mit das die Liste, in die man sich eintragen muss (ca. 50 Betten) voll wäre. Ich trage Ralf und mich trotzdem ein und habe Hoffnung. (Platz 55/56) 

Nach ca. 1,5h kommt nun auch Ralf. 16:00 Uhr werden alle Pilger mit Vor und Nachnamen aufgerufen. Den restlichen wird erklärt das sie eventuell mit einer Matratze auf den Gängen schlafen könnten. Nach dem gestrigen Tag entscheiden wir dies in Anspruch zunehmen. Die jungen Studenten erklären sich bereit, obwohl sie letzte Nacht alle am Strand übernachtet haben uns ihre Betten zur Verfügung zu stellen. Wir sind beide sehr perplex dies zu hören. Ich freue mich solche Worte zu hören.

Nach knapp über eine Stunde warten, dürfen wir uns registrieren, die Frau fragt uns ob wir zu zweit wären, wir bejahen und sie nimmt uns mit. Wir sind komplett irritiert, sie bringt uns plötzlich in ein einzelnen Raum mit einem Doppelstockbett. Wir fallen uns in die Arme und sind total Glücklich. Ralf sagt immer wieder, das ist der Camino. Das ist der Camino. Mir fehlen die Worte.

Wir machen uns Frisch und wollen heute ein Pilgermenü zu uns nehmen, wir treffen auf die Gruppe Studenten und verbringen zu einem drei Gängemenü (Pasta, Omlette, Käsekuchen) und vielen Flaschen Vino den Abend. 22 Uhr ist Bettruhe und das Licht geht aus.

Datencheck:

Tour: 23:93 km – 04:54,60h – 2.113 kcal

Schweißverlust ca. 4,0 – Auf/Abstieg 1.723m

Getrunken ca. 4,5l, Geschwindigkeit: ca. 5,9 km/h, Gesamt: 33,2 km / 40.093 Schritte

Gesamt kcal 4.209

Tag 4 I Orio – Debatte

Buenos Díaz. Es ist 06:15 Uhr, Sachen packen, Frühstücken – Start 07:30 Uhr. Es geht mal wieder hoch und runter in Richtung Zumaia. Dort treffe ich mich mit Ralf, wir reden über die schöne Strecke die wir gelaufen sind und ich bemerke das ich einen anderen, den härteren Weg über die Berge genommen habe. Na gut – die letzten Kilometer laufen wir zusammen.

Die Sonne scheint sehr stark und zerrt ganz schön an den Kräften. Zur Überraschung hält uns ein Bauer einer Überraschung bereit. Es hat auch nicht lange gedauert und die Flasche war leer.

Angekommen in Deba, wird uns sehr schnell bewusst das wir heute keine Herberge mehr bekommen. Meine Nerven liegen blank. Ich bin heute körperlich und psychisch richtig fertig …

Nach kurzer Überlegung fahren wir mit dem Bus 7 km weiter in eine andere Stadt. Dort bekommen wir ein 1* Hotel. Mir ist heute alles egal. Für diese Nacht reicht es. Wir gehen Abends noch kurz ein paar Tapas essen. Ich bin heute nicht mehr aufnahmefähig und lass mich von Ralf und ein paar Geschichten berieseln. Gute Nacht.

*ein Bad für alle!

Datencheck:

Tour: 27:24 km – 06:02,38h – 2.825 kcal

Schweißverlust ca. 3,2 – Auf/Abstieg 1.894m, Getrunken ca. 5,5l,
Geschwindigkeit: ca. 5,2 km/h, Gesamt: 35,6 km / 43.048 Schritte

Gesamt kcal 5.818

Tag 3 I Donostia/San Sebastian – Orio

Moini. Es ist 6 Uhr und alles sind am packen. Noch kurz Frühstücken, eine Spende für die Übernachtung und los geht es an den Stränden vorbei von San Sebastian, La Concha ist ein Badestrand in der Bucht von La Concha, deren Name von ihrer auffälligen Form herrührt. Er ist einer der bekanntesten Stadtstrände in Europa.

Und ab geht es wieder in die Berge, bei 27 Grad und Sonne fühlt sich das laufen wieder sehr angenehm an. Wunderschöne Landschaften kann ich genießen und die Kilometer gehen weg wie nichts.

Ankunft viel zu zeitig an der Herberge, so darf ich knapp zwei Stunden warten bis sie öffnet.

Heute übernachte ich in einer großen Bettenburg, Frauen und Männer teilen sich Dusche, Toiletten und alle schlafen in einem Raum (14 Doppelstockbetten) Heute ist Wäsche waschen angesagt.

Über den Nachmittag kommen viele Pilger die ich die letzten Tage gesehen habe an. Abends schaue ich mir mit ein paar anderen die kleine verschlafene Stadt Orio an, wir gehen Tapas essen und lassen den Abend bei Vino Grigori ausklingen.

Datencheck:
Tour: 18:35 km – 03:51,45h – 1.758 kcal
Schweißverlust ca. 3,2 – Auf/Abstieg 1.073m, Getrunken ca. 4,2l, Geschwindigkeit: ca. 5,4km/h, Gesamt: 26,9 km / 32.450 Schritte
Gesamt kcal 4.502

Tag 2 I Hondarriba – Donostia/San Sebastian

Guten Morgen. Es ist acht Uhr! Kurzer Schreckmomemt. Nach dem Frühstück und nochmal sortieren meines Rucksacks, starte ich in meine erste Tour.
Es regnet und es sind knapp 17 Grad. Ich laufe noch ein Stückchen durch die kleine Stadt und sehe endlich meinen Wegweiser für die nächsten Wochen.

Wie mir schon angekündigt geht es rasch und gut Bergauf. Ich spüre zum ersten Mal das Gewichts meines Rucksacks. Ich hab immer wieder schöne Aussichten und genieße die ersten Stunden.

Ich hab mir die zu laufende Strecke nicht wirklich vorher angeschaut, da ich mich wie immer bei meinen Touren gern überraschen lasse. Ich schaue in meiner App und entferne mich etwas von der Originalroute. Jeder der mit mir schonmal gelaufen ist kennt die „Jörg Wege“, ich freue mich auch sehr was ich so sehe und wie die Route so verläuft. Doch irgendwann wird der Weg immer enger und zugewachsener mit Brombeersträuchern und Farnen. Ich erkenne noch den Weg, aber mit Rucksack ist einfach nur anstrengend. Ich bin das erste mal ein bisschen verzweifelt und muss jetzt da durch. Es sticht, kratzt und es ist einfach nur anstrengend. Es geht durchweg Bergab. Ich fühle mich wie im Urwald. Zum Schluss komme ich an einer stillgelegten Militäranlage raus. Der Weg wird nicht einfacher, aber ich packe es. Ich höre die Autos und sehe eine Straße. Ich bin echt froh. Jetzt stehe ich vor einem zwei Meter hohen Stacheldraht Zaun. Hm. Ich bin draußen, wie, verrate ich nicht.

Es geht weiter durch ein kleines Fischerdorf (Pasaia), ich komme an einen Steg und fahre mit einem Boot (1,10€) auf die andere Seite. Ich mache nach ca. 12km meine erste Pause. Nun geht es auf die letzten Kilometer und das natürlich Bergauf. Ich habe schmerzen in der Schulter und den Füßen. Ich komme völlig erschöpft in der Unterkunft an. Ich werde freudig begrüßt und bekomme sofort ein Glas kaltes Wasser. Ich übernachte bei einer Glaubensgemeinschaft „Die zwölf Stämme“. Ich lerne viele andere Pilger (Deutsche, Schweizer, Spanier) kennen. Es ist 16:30 Uhr. Ihr erinnert euch an Ralf? Er hat nun endlich nach über 28 Stunden seinen Rucksack. Er macht sich auf den Weg. Ich hab ihm ein Bett organisiert und für später auch Essen. Ich verbringe einen gemütlichen Abend mit den anderen. Es ist 22 Uhr. Ralf hat es geschafft. Wir freuen uns wieder zu sehen und genießen den restlichen Abend. Ich schlafe in einem Zimmer mit 7 anderen in Doppelstockbetten.

Datencheck:
Tour: 17:68 km – 04:59,04h – 2.108 kcal
Schweißverlust ca. 4,0l – Auf/Abstieg 1.797m
Getrunken ca. 3,5l, Geschwindigkeit: ca. 4,6km/h, Gesamt: 25,3 km / 30.528 Schritte

Tag 1 I Dresden – Hondarriba

Nach einer viel zu kurzen Nacht mit hektischen restlichen Packen habe ich mich viel zu spät auf dem Weg mit dem Auto nach Berlin gemacht. Zu meinem Glück war eine Vollsperrung auf der Autobahn und somit wurde ich schnellstmöglich durch die Wälder von Brandenburg geleitet. Doch Pünktlich stehe ich bei der Gepäck Abgabe, doch stehen an der Warteschlange viel zu viele Menschen. Langsam hab ich Zeitdruck. Ein netter Mann teilte mir mit das ich auch den Zettel für meine Gepäck am Schalter lösen kann, somit komme ich gut durch und bin pünktlich am Gate. Das Flugzeug startet eine halbe Stunde später, wegen schlecht Wetter in Paris. Von Paris geht es weiter nach Biarittz.
In Biarittz beobachte ich das Bodenpersonal, ich sehe meinen Rucksack nicht.
Am Gespäckband ist nun warten angesagt, mein Rucksack ist NICHT dabei.
Ich komme mit anderen ins Gespräch und wir wenden uns an den Service des Flughafens.
Mir wird als erstes in einer Mischung aus Englisch und Französisch mitgeteilt, das mein Rucksack mit dem nächsten Flieger in 2h mitkommt. Ich bin mega Glücklich. 🙂
Anderen ergeht es nicht so gut, ich lerne einen anderen Pilger (Ralf) kennen.
Ralf macht den Camino (Jakobsweg) schon das dritte mal. Er erzählt mir ganz viel, was so die nächsten Wochen auf mich zukommen kann. Wir warten. Er hat für die kommende Nacht ein Hotel gebucht und wird es wohl nicht in Anspruch nehmen können. Jetzt hab ich es. Wir tauschen unsere Nummern aus und ich mache mich mit Bus/Bahn/Bus nach Hondarriba auf den Weg. Hondarriba ist eine kleine mittelalterliche Kleinstadt. Ich genieße den Blick aufs Meer und suche mir ein Restaurant. Nach dem ich mir einen schönen Tisch rausgesucht habe, warte ich auf die Bedienung und warte, warte… Ich beobachte die anderen und merke in Spanien bestellt man am Tresen. Gleich was gelernt. Es ist 21 Uhr, ich falle einfach nur noch ins Bett. Gute Nacht.

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